Der Umstieg von Windows nach Linux

Aus Tuxfutter

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Eine Migration auf ein neues Betriebssystem ist immer ein bedeutender Schritt, sei es als Privatanwender oder als Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Die erste Frage ist:

[Bearbeiten] Welchen Vorteil habe ich durch eine Migration?

Ist zum Beispiel erst eine neue Windows-Version angeschafft worden, würde eine Migration zu Linux wenig Sinn machen, schließlich war der Einkauf der Lizenzen nicht günstig und hatte sicherlich auch einen bestimmten Hintergrund.

Im Gegensatz dazu stehen auslaufende Lizenzen von Windows. In diesem Fall kann es durchaus ratsam sein, das Betriebssystem Linux einer Prüfung zu unterziehen. Diese Prüfung sollte aber nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht gesehen werden, sondern auch aus produktiver Sicht.

Ein weiterer Grund, der zu einer Migration führen kann, ist die auslaufende Unterstützung für die gegenwärtig eingesetzten Betriebssystem-Version. Dies bedeutet kurz gesagt, dass für bestimmte Versionen zukünftig keinerlei Aktualisierungen mehr erscheinen werden, was bezogen auf die Systemsicherheit heutzutage immer mehr eine gravierende Rolle spielt.

Daraus ergibt sich auch eine weitere Frage:

[Bearbeiten] Wie hoch ist der Aufwand bei der Einarbeitung in Linux?

Einen Linux-Rechner einzurichten, ist heutzutage kein Problem, auch nicht für Linux-Laien. Das System ist innerhalb etwa einer halben Stunde installiert und einsatzbereit.

Für reine Anwender ist die grafische Oberfläche KDE oder GNOME zu empfehlen. Mit Hilfe der Bürosoftware ist ein komfortables Arbeiten sofort möglich.

Wer sich also mit den Standardapplikationen von Windows auskennt, sollte wenige bis gar keine Umstellungsschwierigkeiten haben.

Anders sieht dies natürlich bei der Administration von Linux aus. Vieles können zwar die Systemtools erledigen, andererseits hat aber auch zum Beispiel SUSEs YaST gewisse Grenzen und dann ist doch ein direktes Eingreifen des Administrators nötig. Dies geschieht zumeist mit einem beliebigen Editor da fast alle Konfigurationsdateien in lesbarem Textformat, oft mit Anmerkungen, vorliegen. Zur schnellen Einarbeitung können neben Kursen und Büchern auch die prägnanten Linuxspicker hilfreich sein.

[Bearbeiten] Ist die eingesetzte Software auch unter Linux verfügbar?

Diese Frage stellen sich viele, die einmal das Projekt „Migration“ angegangen haben. Für den Bereich der „Standardanwendungen“ oder der häufig verwendeten Programme hat Tuxfutter sich auf die Fahnen geschrieben, hier über die Verfügbarkeit vergleichbarer Produkte zu informieren. Was jetzt Branchensoftware angeht, ist die Sache leider so, dass oftmals selbst uns jede weitere Information fehlt, so dass wir hier leider auf die Hersteller verweisen müssen.

Ein möglicher Ausweg für den Fall daß keine Alternativprogramme zur Verfügung stehen, die auch unter Linux ausführbar sind, könnte die Laufzeitumgebung Wine sein. Mit dessen Hilfe soll es möglich sein, Programme die eigentlich für die Windows-Plattform entwickelt wurden, auch unter Linux und anderen unixähnlichen Betriebssystemen ausführen zu können. Weitere Möglichkeiten wären noch virtuelle Maschinen, aber das ist ein anderes Kapitel.

Sind diese (und andere Fragen, die wir hier in der Zukunft stellen und beantworten werden) geklärt, kann der Umstieg erfolgen, oder auch nicht, wenn man zu dem Schluss gekommen ist, dass Linux zur Zeit keine Alternative darstellt.

[Bearbeiten] Kann ich meine alten Daten weiternutzen?

Die Frage der Dateiformate ist ein Knackpunkt bei einer Migration. Es gibt Dateiformate die universell sind und deren Aufbau offen dokumentiert ist und proprietäre Dateiformate. Eine große Anzahl an offenen Dateiformaten kann direkt unter Linux genutzt werden. Darunter so gut wie alle Grafik- und Audioformate und ebenso genormte Textformate. Probleme können speziell beim Konvertieren von Access-Datenbanken (*.mdb) in andere SQL-Datenbanken auftreten da dies ein nicht offen dokumentieres und damit proprietäres Dateiformat ist. Über den Umweg einer ODBC-Verbindung zu einer anderen SQL-Datenbank von einem Windows-Rechner aus sind die Datenbanken aber relativ problemlos importierbar – setzt aber das Vorhandensein zweier Systeme voraus (einmal dem Linux-Zielsystem und dann einem „Konvertierungssystem“ unter Windows). Diese müssen allerdings nicht real auf der Hardware laufen, sondern können (für die Hardware am sichersten) innerhalb von Emulatoren (wie z.B. Bochs oder QEMU) oder (am schnellsten und effizientesten) in virtuellen Maschienen (wie z.B. VirtualBox oder Xen) ausgeführt werden.

[Bearbeiten] Wie sieht die technische Unterstützung bei Linux aus?

Mit Sicherheit ist dies eine der wichtigsten Fragen, die sich – vor allem – ein Unternehmen stellen muss.

Die Distributoren bieten normalerweise eine Art „Einführungssupport“ an, d.h. dass per Telefonhotline bei Installationsproblemen geholfen wird. Darüber hinaus kann weitere technische Unterstützung für einen bestimmten Betrag eingekauft werden und je nach Angebot gibt es auch einen Vor-Ort-Service.

Das weltgrößte System für technische Unterstützung findet man aber in Newsgruppen und Webforen, falls Anleitungen (sogenannte „HowTo“s) und Programmdokumentation nicht mehr weiterhelfen sollten. Zwar kann (und darf) man in Newsgruppen nicht verlangen, dass einem geholfen wird, da die Leser und Schreiber der jeweiligen Newsgruppe dies freiwillig machen, bei einer höflichen Anfrage wird dort aber gerne geholfen.

Für die Formulierung von „brauchbaren“ Fragen gibt es unter http://www.lugbz.org/documents/smart-questions_de.html viele gute Hinweise.

Für Einsteiger und Umsteiger sind auch gewerbliche Open-Source-Freunde da. Zum Beispiel: http://www.linux-computerhilfe.de

[Bearbeiten] Muss ich immer wieder die Distributions-CDs neu kaufen?

Ein – besonders bei Einsteigern – weit verbreitetes Gerücht ist, dass man bei Neuerscheinen einer Distribution diese auch kaufen muss. Quasi ein Aktualisierungszwang, wie man ihn bei Entwicklern proprietärer Software (wie z.B. Microsoft mit Windows) her kennt.

Das ist – schlicht gesagt – Blödsinn!

Zwar werden von den Distributoren ältere Versionen irgendwann einmal nicht mehr weiter gepflegt, da der Aufwand schlichtweg zu groß ist, aber jede Distribution bietet eine Aktualisierung via Internet an. Sehr vorbildlich ist hier Debian, bei dem ein apt-get update && apt-get dist-upgrade zu einer Aktualisierung normalerweise ausreicht.

Eine andere Möglichkeit, ist die des Herunterladens von Abbildern der Installations-CDs, mit denen man dann nahezu kostenlos eine neue Version installieren kann.

Fazit: Zunächst verursacht die Migration zu Linux erst mal Aufwand und Kosten (Einarbeitung, Datenkonversion), längerfristig gesehen kann ein Umstieg jedoch sehr lohnend sein.

Beispiel: Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) hat aktuell 2400 Einzelplatzrechner innerhalb eines Jahres auf Linux und OpenOffice.org umgestellt und sofort Lizenz- und Wartungsgebühren in Höhe von über 500.000 Euro pro Jahr eingespart. Siehe den Pressetext der VBG

[Bearbeiten] Migrationsleitfäden

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