Erfahrungsbericht - Tonstudio für Homerecording und Podcasting mit Linux

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Tonstudio für Homerecording und Podcasting mit Linux

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hardware

Die Basis bildet ein aktueller PC als DAW (Digital Audio Workstation), vorzugsweise ein leises System, für Aussenaufnahmen ein Notebook, mit ausreichend Festplattenplatz, zusammen mit der Soundkarte.

Für den erforderlichen Festplattenbedarf kann man als Anhaltspunkt eine CD verwenden. Auf 650 MB passt etwas mehr als 1 Stunde Programm in Stereo (bei Aufnahmen mit 16-bit Auflösung und 44,1 kHz-Abtastrate). Bei der Audiobearbeitung wird jedoch ein Vielfaches davon an freiem Festplattenplatz benötigt, weil die Programme oft über eine Rückgängig-Funktion verfügen für mehrere Bearbeitungsschritte.

Vor der Auswahl und Anschaffung einer Soundkarte ist ein Besuch der ALSA-Projektseite hilfreich. Dort gibt es die ALSA SoundCard Matrix mit Detailinformationen zu Soundkarten aller wesentlichen Hersteller. Eine grundsätzliche Entscheidung betrifft dabei die Sample-rate (48 kHz oder 96 kHz) und auch die Auflösung (16 bit oder mehr) und auch ob man analog verkabeln möchte oder digital. Soundkarten gibt es onboard, als PCI-Steckkarte, extern mit USB-Anschluss oder auch mit Firewire-Anschluss.

Neben einem CD- oder DVD-Laufwerk wird mindestens noch ein Mikrofon sowie ein Kopfhörer oder ein Abhörmonitor benötigt. Dabei gibt es ein breites Spektrum was die Qualität und den Preis betrifft, zur Auswahl. Grundsätzlich reicht zu Beginn eine Onboardsoundkarte in Stereo mit 44,1 kHz oder 48 kHz Samplerate und 16-Bit Auflösung sowie eine günstige Mikrophon-Kopfhörerkombination für wenige Euros aus. Damit wurden schon Internetradiosendungen (nach Anmeldung und Lizensierung) mit Wortbeiträgen und Musikzuspielungen von CD-Playern produziert.

Ergänzend kann man auch vorhandene HIFI-Geräte (Kassettendeck, Verstärker und Boxen, Kopfhörer und MP3-Spieler) einsetzen. Dabei muss man nur auf die unterschiedlichen Audiopegel und Anschlussnormen achten: Linepegel (-10 dBu, häufig bei Geräten mit Cinch-Steckern aus dem HIFI-Bereich) und Studiopegel (+4 dBV, verbreitet bei Geräten aus der Musikelektronik, der Beschallungstechnik und der Tonstudiotechnik, zumeist mit 6,3mm-Klinkenstecker oder XLR-Steckern) unterscheiden sich deutlich.

[Bearbeiten] Betriebssystem, Software und Treiber

Als Betriebssystem kann man eine der zahlreichen Linux Distributionen verwenden. Es gibt aber auch spezielle Multimedia-Distributionen die optimiert wurden für Audiobearbeitung und zahlreiche interessante Multimediaprogramme bei der Standardinstallation mitliefern.

Da Linux als Opensource zumeist kostenlos oder mindestens günstig erhältlich ist, und ausser einem stabilen Betriebssystem auch die benötigten Anwendungsprogramme mitbringt, kann man die eingesparten Lizenzkosten vorteilhaft in Audiohardware investieren.

Ich habe mich zunächst für OpenSUSE-10.2 mit den Erweiterungen der Jacklab-Distribution entschieden. Diese bringt einen für Audioanwendungen optimierten JackLab-Echtzeit-Kernel mit. Genauso sind aber aktuelle Linux Distributionen auf Basis von Debian, Fedora, RedHat, Slackware usw. geeignet.

[Bearbeiten] Aufnehmen und Überspielen in die digitale Workstation(DAW)

Sobald die Treiber funktionieren und die Audiohardware korrekt verkabelt ist kann man eine Aufnahme starten. Als universelles Standardprogramm empfiehlt es sich zunächst mit Audacity zu beginnen.

[Bearbeiten] Bearbeiten

Zunächst eine Vorbemerkung: Um Aufnahmen zu bearbeiten sollten diese idealerweise in einem nicht komprimierten Format vorliegen. Wenn die Bearbeitung in mehreren Schritten erfolgt, sollte auch zwischen diesen Schritten immer ein nicht komprimiertes Format zur Abspeicherung verwendet werden. Der Grund dafür ist, dass bei jeder Komprimmierung und Dekomprommierung ein Verlust auftritt. Im ungünstigsten Fall addieren sich diese Verluste und Klangqualität des Ergebnisses leidet.

[Bearbeiten] Schneiden

Oft liegt eine Aufnahme in einem Stück vor, insbesondere wenn es sich um einen Live-Mitschnitt handelt. Wenn man später auf der einer CD verschiedene Tracks erscheinen sollen, ist es sinnvoll in einem ersten Schritt die Tracks zu schneiden. Ausserdem lassen sich die nachfolgenden Bearbeitungen an kürzeren Stücken besser durchführen und die Gefahr, dass man an die Grenzen der Hardware stößt sind geringer. Je nachdem ob später die Stücke ohne Pause auf dem fertigen Werk erscheinen sollen oder ob Pausen zwischen den Tracks erwünscht sind, muss man den Start- und Endpunkt der Tracks anders wählen und ggf. bearbeiten. Werden keine Pausen gewünscht kann man prinzipiell an jeder Stelle schneiden, da man den Schnitt ja später nicht hört. Soll das fertige Werk Pausen enthalten muss man sehr genau entscheiden, wo der Track anfangen und enden soll. Sollen z.B. Publikumsgeräusche den Track umrahmen, dann beginnt man oft mit einer Einblendung. Der Schnittpunkt liegt also vor dem eigentlichen Beginn des Tracks und man nutzt die Einblendungsfunktion, um den Pegel am Beginn entsprechend ansteigen zu lassen. Genauso geht man am Ende vor mit der Ausblendungsfunktion. Will man hingegen nur den eigentlichen Track, dann muss man sehr exakt den Anfang und das Ende bestimmen. Dazu zoomt man die Kurve zuerst heraus, um die Schnittmarken zu setzen. Idealerweise sitzt die Schnittmarke in einem Nulldurchgang. Die meisten Schnittwerkzeuge besitzen eine Funktion die Schnittmarke automatisch an den nächsten Nulldurchgang zu verschieben.

[Bearbeiten] Störungen entfernen

Störungen lasse sich mit verschiedenen Mitteln entfernen. Beginnen wir mit der Rauschunterdrückung. Da das Rauschen einer Aufnahme, so man solches hat, sehr charakteristisch ist, benutzt man idealerweise genau dieses charakteristische Rauschen selbst, um es zu entfernen. Dazu sucht man eine Stelle, die nur dieses Rauschen enthält und markiert ein Stück des Rauschens. Dieses Rauschen verwendet man jetzt als Rauschprofil (Funktion Rauschprofil erstellen) und wendet es dann als Filter auf den gesamten Track an. Besser ist es natürlich, wenn man schon bei der Aufnahme darauf achtet kein Rauschen zu bekommen. Besonders ärgerlich sind Störungen von externen Quellen, z.B. die typische Störung die entsteht, wenn ein Handy eine Verbindung sucht. In einem solchen Fall ist es auch hilfreich, wenn man in der Aufnahme eine Stelle findet, an der nur dieses Geräusch vorliegt. Man kann es dann isolieren in einem kleinen Hilfstrack. Dabei sollte man die Kurve invertieren. Nun kann man an allen Stellen, an denen das Geräusch auftritt diesen Hilfstrack addieren und wegen der vorherigen Invertierung löscht sich das Geräusch heraus. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Methode diejenige mit den geringsten Verlusten ist. Daneben bieten die verschiedenen Programme auch noch andere Filter, die man im Einzelfall ausprobieren muss.

[Bearbeiten] Effekte hinzufügen

Dies sollte der letzte Schritt beim Bearbeiten sein und wahrscheinlich auch der bei dem man am häufigsten die Undo-Funktion verwendet.Mit Effekten sollten man sehr vorsichtig umgehen, denn hier gilt in besonderem Mass "Weniger ist Mehr." Wenn man zu intensiv Effekte einsetzt kann der Klang so verfälscht werden, dass er unklar wird. Wenn es also auf Verständlichkeit ankommt, dann lieber weniger Effekt. Allerdings sollte der Klang auch nicht ganz "trocken" sein. Das klingt unnatürlich und wird von den Hörern oft unangenehm empfunden.

[Bearbeiten] Mastering

'Persönliche Werkzeuge