Erfahrungsbericht - Workflow Digitalfotografie unter Linux
Aus Tuxfutter
Workflow Digitalfotografie unter Linux
Überspielen der Fotos von der Digitalkamera oder USB-Kartenleser in den Rechner
Nach der Aufnahme werden die Digitalbilder von der Kamera/Speicherkarte in den Rechner übertragen. Man kann dafür ein USB-Kabel von der Kamera zum Rechner verwenden. Geeignete Programme dafür sind digiKam oder der Konqueror (Dateimanager von KDE) sofern die Kamera das PTP-Protokoll unterstützt. Im Konqueror gibt man dazu camera:/ in die Adresszeile ein. Zuvor muss in den Einstellungen das lokale Protokoll camera aktiviert sein. Bei manchen Kameras werden die Speicherkarten wie eine Festplatte angesprochen. Dafür muss man zunächst das korrekte Device herausfinden, einen Mountpunkt anlegen und die Partition passend mounten. Dann kann man die Digitalbilder über einen Dateimanager wie z.B. den mc auf die Festplatte kopieren. Man sollte genügend freien Platz zur Verfügung haben da sich schnell grosse Datenmengen ansammeln können. Mit einem USB-Kartenleser kann man die Bilder zumeist schneller von der Speicherkarte in den Rechner übertragen, das spart dazu Akkuleistung. Auch dabei wird die Speicherkarte wie eine Festplatte angesprochen.
Interessant ist auch die Möglichkeit, die Bilddaten (mithilfe von exiftool) direkt von der Speicherkarte in Verzeichnisse transferieren zu lassen, die on-the-fly aus dem EXIF Datum (z.B. 2008/05/28) erzeugt werden.
Tips zum Umgang mit USB-Geräten unter Linux sind auf http://www.linux-usb.org/ zu finden
RAW-Konvertierung
Zum Konvertieren von RAW-Dateien kann man das Konsolenprogramm dcraw oder die Programme mit GUI die auf dcraw aufbauen wie UFRaw, Rawstudio oder auch Programme mit eigenen RAW-Konvertern wie RawTherapee, LightZone oder Bibble verwenden.
Sichten, Aussortieren und Geradestellen der Bilder
Zu Beginn sollte man mit KGamma den Monitor passend auf einen Gammawert von 2,2 einstellen damit die Bilder am Monitor optimal beurteilt werden können. Die Farbtemperatur sollte dabei vorzugsweise auf 6500 Kelvin am Monitor eingestellt sein.
Mit GQview, XnView oder alternativ mit MaPiVi kann man die Bilder dann schnell sichten und misslungene Bilder die z.B unscharf oder verwackelt sind aussortieren. Dies sollte man aus Effizienzgründen direkt nach dem Überspielen der Bilder auf den Rechner vornehmen. Bilder die im Hochformat aufgenommen wurden kann man auch gleich senkrecht stellen ohne Qualitätsverluste, auch die Exif-Infos bleiben dabei erhalten. Einige Digitalkameras haben einen Lagesensor der die Lageinformation (Hoch- oder Querformat) in die EXIF-Daten einträgt, diese Daten können dann von manchen Programmen (z.B. digikam) ausgewertet werden zum automatischen Drehen der Digitalfotos beim Übertragen falls man dies wünscht und im Programm so einstellt. Nach dem Drehen hat man dann dann für alle weiteren Bearbeitungsschritte die ausgewählten Bilder gleich in korrekter Bildlage zur Verfügung und erspart sich so unnötige Doppelarbeit.
Aus GQview und MaPiVi heraus kann man die Bilder auch direkt zur Nachbearbeitung an Grafikprogramme übergeben.
Nachbearbeitung mit Grafikprogrammen
Mit The GIMP, CinePaint oder auch ImageMagick kann man die Bilder dann beliebig weiterverarbeiten: Kontrast, Helligkeit und Fehler beim Weissabgleich korrigieren. Rote Augen entfernen, Retuschen durchführen, Objekte freistellen oder auch die Bilder passend skalieren z.B. fürs Internet.
Albenerstellung, Bilderdatenbanken, Suchfunktion
Zum Erstellen von digitalen Bilderalben unter Linux kann man gut JAlbum, das Album von digiKam, LinPHA, Coppermine Photo Gallery oder den Photo Organizer verwenden. Man kann die Bilder z.B. mit MaPiVi noch mit Metadaten nach dem IPTC-Standard versehen wie z.B. Schlüsselworte (tags), abgebildete Personen, Bildbewertung, Bildüberschrift, Kommentar, Aufnahmeort, Copyright-Information, etc. Zum Durchsuchen grosser Bildermengen eignen sich nach einer Indizierung die Programme ImgSeek und MaPiVi. Mit den Programmen GThumb und MaPiVi lassen sich viele der zuvor beschriebenen Aufgaben unter einer Oberfläche verrichten: Sie beherrschen das Überspielen, Sichten, Geradestellen und einfaches Nachbearbeiten der Fotos sowie die Erstellung von Webalben. Auch KPhotoAlbum bietet interessante Funktionen zum Verwalten von Digitalfotos nach Stichworten.
Die Druckfunktionen u.A. von The GIMP zusammen mit Gutenprint, PhotoPrint, flPhoto (Kalenderfunktion), Photo Organizer (Etiketten, Broschüren, Barcodes) , KPhotoAlbum (Kalenderfunktion) oder auch von OpenOffice.org können beispielsweise vorteilhaft genutzt werden zum Ausdrucken von DigitalFotos.
Sichern auf CD/DVD
KPhotoAlbum beispielsweise enthält eine integrierte Funktion zum Brennen von digitalen Bildern auf CDs oder DVDs. F-Spot-Fotoalbum bietet einen Menüpunkt: "Exportieren auf CD" ausgewählter Fotos. Ansonsten kann man beliebige Linux Brennprogramme zum Mastern und Brennen wie beispielsweise Mkisofs, growisofs und cdrecord, wodim oder K3b verwenden. Wenn man beispielsweise das Ausgangsverzeichnis von JAlbum auf eine CD/DVD brennt dann erhält man eine CD/DVD mit integrierter Diashowfunktion die man dann über einen Browser eines beliebigen Betriebssystems nutzen kann.
Präsentation im Intranet
Besonders die Programme JAlbum, Photo Organizer und LinPHA bieten geeignete Funktionen zum Erstellen von Webgalerien fürs Intranet. Selbst der Dateimanager von KDE, der Konqueror, enthält einen Menüpunkt "Extras → Bildergalerie" erstellen. Die HTML-Seiten zusammen mit den Fotos kann man dann mit einem LAMP-System aus Webserver und Datenbank im Intranet oder Internet veröffentlichen. Siehe z.B.: Linux Intranet

