Erfahrungsbericht Linux und Solaris

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SUN Sparc 4 mit Mozilla unter CDE
SUN Sparc 4 mit Mozilla unter CDE

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[Bearbeiten] Erfahrungsbericht von HaukeZuehl

[Bearbeiten] Der Einstieg

Seit dem 8. Juli 04 steht meine SUN Sparc 4 nebst 17" Monitor zu Hause. Die SUN kommt aus Restbeständen der Uni Paderborn und diente dort als Workstation.

Frohen Mutes ob der neuen Technologie stöpselte ich alles zusammen, schmiss den Rechner an und...sollte mit fsck das Dateisystem prüfen. Der Haken: Das root-Passwort war mir unbekannt und der ehemals zuständige Admin durfte mir das Passwort nicht verraten, da dies noch auf das interne Root-Passwort der Uni eingestellt war. Da der Rechner auch weder ein CD-ROM noch ein Floppy-Laufwerk besitzt, war guter Rat teuer.

Die Lösung: Die SUN mit einem Debian über Netzwerk booten. Dazu habe ich mir ein Image besorgt, tftp, rarpd und bootp auf meinem SuSE-Linux Rechner fix eingerichtet und zusätzlich auf meinem Server noch einen DNS-Eintrag für den Neuen (bzw. die Neue: Der Rechner heisst nun "artemis") erstellt. per boot net bootete die SUN dann auch in das Linux mit einem Kernel 2.2. Auf einer Konsole konnte ich dann die Root-Partition der SUN mounten, allerdings nur lesend, da das Schreiben auf ufs-Partitionen im 2.2-Kernel noch nicht ausgereift war. Mutigerweise mountete ich die Partition trotzdem rw und änderte die passwd des SUN-Systems, was zu einem Crash des Linux-Kernels geführt hat, als ich die Datei speichern wollte. Angenehmer Nebeneffekt: die passwd war weg. Der GAU eines Admins hat aber dazu geführt, dass ich mich nun als root anmelden konnte und kein Passwort brauchte.

Da die Sungurus der Uni in den Runleveln noch einige interne Sachen eingebaut hatten, hatte ich zunächst Probleme, in den Runlevel 3 zu booten, aber mit Gehirnschmalz, Ausdauer und Linuxkenntnissen konnte ich auch das bereinigen.

Nun geht es erst einmal darum, aus dem Rechner, der per NFS seine Software wohl bezog, einen schnuckeligen kleinen Heimrechner zu basteln. Dazu nutze ich das Softwareangebot von sunfreeware.com.

[Bearbeiten] Die Konfiguration der verwendeten Dienste

DNS: Das Anlegen einer Zonendatei für Bind ist ausreichend dokumentiert. Wichtig ist, dass nicht nur die Auflösung Name -> IP-Adresse funktioniert, sondern auch die Gegenrichtung.

rarpd: Der rarpd wird über die Datei /etc/ethers konfiguriert. In dieser Datei wird die MAC-Adresse der SUN eingetragen und die dazugehörige IP-Adresse:

08:00:20:77:8e:48       192.168.1.19

in meinem Fall. Diese IP-Adresse muss natürlich auch im DNS eingetragen werden.

Achtung! Laut der man-Page des rarpd versucht eine SUN von dem Rechner zu booten, auf dem sie auch einen rarpd gefunden hat.

bootpd: Der bootpd wird über die Datei /etc/bootptab gesteuert.

artemis.meding-zuehl.net:\
ha=080020778e48:\
ds=192.168.1.13:\
ip=192.168.1.19:\
sm=255.255.255.0:\
sa=192.168.1.14:\
dn=meding-zuehl.net:\
hd=/tftpboot:\
bf=tftpboot.img

Auch hier wird wieder die Hardware-Adresse und die IP-Adresse angegeben. Zusätzlich wird auch die Netzmaske und das Verzeichnis, sowie die Imagedatei des Bootimages angegeben.

man 5 bootptab erklärt die einzelnen Einträge.

Der Start des bootpd kann über den inetd erfolgen. Ggf. sind bereits Einträge in der /etc/inetd.conf vorhanden, die nur aktiviert werden müssen.

tftpd: Der tftpd wird nicht konfiguriert, er bezieht seine Daten aus den übergebenen Parametern.

Auszug aus meiner /etc/inetd.conf:

tftp          dgram   udp     wait    root      /usr/sbin/in.tftpd  in.tftpd -v -s /tftpboot

Interessanterweise hat die SUN aber nicht nach tftpboot.img im Verzeichnis /tftpboot gesucht, sondern nach einer Datei C0A80113.SUN4M im Verzeichnis /tftpboot.

Der Name dieser Datei hängt von der IP-Adresse der SUN ab. Nachzulesen ist der Dateiname, den ich als Symlink auf das Image angelegt habe, im Systemlog (notfalls beim tftp Aufruf mehr -v verwenden). Wer genau hinguckt, kann aber erkennen, wie der Dateiname berechnet wird.

Nachdem die beteiligten Dienste (neu) gestartet sind, kann die SUN angeworfen und per boot net gestartet werden. Das Systemlog des Linux-Rechners sollte man mitlaufen lassen, um Fehler zu erkennen. Auch dauert der Start des Systems auf der SUN etwas, da zunächst alle möglichen Informationen ausgetauscht werden müssen (Ungeduld ist Fehl am Platz).

[Bearbeiten] Nach einem Wochenende

An einem Wochenende habe ich mich aufgemacht, den Rechner erst einmal als Workstation für meine (Grund-) Bedürfnisse einzurichten. Dazu bedarf es einiger Zusatzsoftware, die jedoch nicht mehr auf die lokale Festplatte passt und deshalb auf einem anderen Rechner gelagert werden muss. Dank der Netzwerktransparenz von UNIX habe ich auf meinem PC eine NFS-Freigabe eingerichtet und auf der SUN auf das Verzeichnis /opt gemountet, wo die Software residieren soll.

So konnte ich also zunächst etwa 1 GB an Software und Bibliotheken installieren (DSL und Flatrate sei Dank).

Ein Zwischenschritt war die Installation und das Starten eines sshd. Der Daemon startete nicht, da ihm /dev/random, bzw. /dev/urandom fehlten. Mit einem Patch des Systems war dieses Problem schnell behoben.

Der nächste Schritt war, einen C-Compiler zu installieren. Meine Wahl fiel auf den gcc. Die Installation klappte reibungslos, das Compilieren eines Programmes jedoch zunächst nicht, da mir einige Headerdateien von SUN fehlten. Mit Hilfe der Newsgruppe comp.unix.solaris und Google konnte ich jedoch dieses Problem sehr schnell lösen.

Mein Fazit bis jetzt:
Mit Kenntnissen aus der Linuxwelt ist der Einstieg durchaus zu schaffen, auch wenn natürlich - zumindest mir - das Wissen noch nicht ausreicht, um als "Sunguru" dazustehen.

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