Installation von Linux
Aus Tuxfutter
Die Installation von Linux ist inzwischen recht einfach geworden, je nachdem, welche Distribution man verwendet (es sei gesagt, dass Linux from Scratch nicht für Anfänger geeignet ist).
Auf jeden Fall sollte man folgendes bedenken: Keine Panik!
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[Bearbeiten] Der Start
Zuerst einmal heißt es: Rechner einschalten und die CD oder DVD einlegen.
Ob die Installation nun grafisch oder mit Hilfe von textbasierten Fenstern erfolgt: Man sollte die Anweisungen genau lesen und über evtl. Fragen, die das Installationsprogramm stellt, nachdenken, bevor man wild auf "Weiter" klickt (oder drückt).
In der Regel wird man zuerst danach gefragt, in welcher Sprache die Installation durchgeführt werden soll. Normalerweise wird man "Deutsch", bzw. "German" auswählen. Auch die Frage nach der Tastatur wird entsprechend beantwortet.
[Bearbeiten] Die Partionierung
Eine erste Hürde für Neueinsteiger ist die Partionierung, denn bei Linux gibt es keine Laufwerkbuchstaben, wie bei Windows, sondern sogenannte Gerätebezeichnungen (keine Panik, man gewöhnt sich schnell daran!)
Die Logik ist aber ganz einfach:
Die erste (und oft auch einzige) Festplatte hängt normalerweise am Ende des ersten Festplattenkabels. Damit ist dies die sog. Masterplatte des ersten IDE-Busses, während ein CDROM- oder DVD-Laufwerk am Ende des zweiten Festplattenkabels hängt. Das Laufwerk ist dann das Masterlaufwerk des zweiten IDE-Busses.
Die Festplatten und CD-/DVD-Laufwerke werden, je nachdem an welchem Kabel und wo an diesem Kabel die Laufwerke angestöpselt sind, einfach durchbuchstabiert:
- Masterplatte am ersten IDE-Bus: /dev/hda
- Slaveplatte am ersten IDE-Bus: /dev/hdb
- Masterplatte am zweiten IDE-Bus: /dev/hdc
- Slaveplatte am zweiten IDE-Bus: /dev/hdd
Wenn man nicht genau weiß, wo die Festplatte dranhängt: Es ist meistens /dev/hda!
Nun zu den Partitionen:
Es gibt primäre und logische, bzw. erweiterte Partitionen.
Betrachten wir für den Anfang nur primäre Partitionen, da dies einfacher ist:
Man kann insgesamt vier primäre Partitionen anlegen. Diese werden von 1 bis 4 durchnummeriert. Die erste Partition auf der ersten Platte am ersten IDE-Bus (/dev/hda) ist damit /dev/hda1. Die zweite Partition ist /dev/hda2, usw. bis /dev/hda4.
Wo nun Linux installiert wird, ist dem System reichlich egal, Hauptsache es ist genügend Platz vorhanden (so um die 4–10 GB sollte man durchaus einplanen).
[Bearbeiten] Was ist denn "swap"?
Während der Partitionierung, die man auch dem Installationsprogramm überlassen kann, wird man auch nach einer sog. swap-Partition gefragt.
Unter Windows ist es (leider) üblich, dass für den Auslagerungsspeicher eine Datei angelegt wird. Eine Datei hat aber den Nachteil, dass der Zugriff auf den Inhalt recht langsam ist. Eine eigene Partition dagegen hat den Vorteil, dass der Zugriff auf die Daten wesentlich schneller geht.
Auch Linux braucht meistens eine solche Auslagerungspartition. Es wird oft gesagt, dass man die swap-Partition etwa doppelt so groß anlegen soll, wie der Hauptspeicher umfasst. Hat man aber 4 GB RAM im Rechner eingebaut, wären 8 GB Swap etwas Overkill. Je nachdem, was man mit dem Rechner macht (z.B. Videobearbeitung, ORACLE-Datenbanken oder einfach nur Officeprogamme nutzen), kann man mit halber, bzw. 1.5facher Größe hinkommen. Bei unserem 4-GB-Rechner sind also 2 bis 6 GB Swap durchaus ausreichend.
[Bearbeiten] Mountpoints
Neben der (gewöhnungsbedürftigen) Bezeichnung der Partitionen, wird man nach Mountpoints (Einhängepunkte) gefragt.
Die Verzeichnishierarchie bei Linux ist von den klassischen UNIX-Systemen übernommen worden. Anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, bietet dies aber durchaus Vorteile:
Ob ein Verzeichnis nun auf dem eigenen Rechner oder auf einem entfernten Rechner liegt, ist dabei völlig egal. So kann man später z.B. die Benutzerverzeichnisse, die in /home liegen, auf einen Server legen und dann per Samba oder NFS in das eigenen Dateisystem einhängen. Loggt sich ein Benutzer ein (egal auf welchem Rechner), findet er immer seine Benutzerdaten vor (und das funktioniert sogar mit Windows).
Das ganze System geht von der Wurzel aus (deshalb nennt man die Verzeichnishierarchie auch einen "Baum"). Dies ist "/".
Auf / wird das Basissystem installiert. Einige weitere Mountpoints sind:
- /grub: Für den Bootlader grub
- /home: Für die Benutzerverzeichnisse
- /tmp: Für temporäre Daten
- /var: Für variable Daten (z.B. Logdateien)
- /opt: Für optionale Software
Ob man alle Mountpoints verwendet, hängt wiederum vom Geschmack ab; /grub sollte man aber auf jeden Fall als eigene Minipartition (etwa 10 MB) anlegen. /home dagegen kann durchaus recht groß sein (20 GB und größer).
[Bearbeiten] Dateisysteme
ext2, ext3, reiserfs, was ist das alles?
Das sind sogenannte Dateisysteme. Unter Windows wird meistens NTFS verwendet, bei Linux hat man - wie so oft - eine etwas größere Auswahl.
Auch hier wieder gibt es unterschiedliche Geschmäcker: Viele verwenden reiserfs (besonders bei SUSE Linux), andere ext3 (eher bei Debian) oder auch Exoten, wie z.B. xfs oder jfs.
ext3 und reiserfs (die anderen Systeme werden mal außen vorgelassen) sind die weit verbreitesten und haben einen Vorteil: Sie benutzen eine Art Datenbank. Dies ist ganz nützlich, falls der Linux-Rechner einmal abstürzen sollte, damit nicht alle Daten sofort weg sind.
Übrigens: Für /boot sollte man ext2 verwenden, sofern man eine eigene Partition für dieses Verzeichnis "verbraten" will.
[Bearbeiten] Anlegen der Benutzer
Wurde die Hürde der Partitionierung erfolgreich überwunden, wird das Basissystem installiert. je nachdem, wieviel Software auf die Platte(n) kopiert wird, dauert dies mehr oder wenig lange.
Ziemlich am Ende der Installation wird nach dem root-Passwort gefragt, dass man entweder blind zwei Mal eintippen muss, oder mit Sternchen eintippt.
root ist der Administrator des Systems und sollte auch nur dann verwendet werden, wenn man am System rumfummelt (z.B. Software nachinstallieren).
Danach wird zunächst ein normaler Benutzer angelegt. Mit diesem Benutzer verrichtet man seine tägliche Arbeit, auch wenn man der einzige Benutzer des Systems ist!
[Bearbeiten] Der erste Start
Nach der Installation wird das neue System per Reboot gestartet (dies ist auch der einzige Neustart; während der Installation sind Neustarts überflüssig) und man kommt meistens in die grafische Oberfläche (z.B. KDE oder GNOME). Dort kann man sich dann anmelden und die Welt von Linux (oder die des Internets) erforschen.
Have fun!

