Linux-Workstation als xdmcp-Terminal

Aus Tuxfutter

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundproblemstellung

Oft stellt sich die Frage: ich habe einen recht aktuellen Linux-Server und mehrere alte Geräte, die an sich zu langsam sind, um neuere, aktuelle Programme auszuführen, kann ich diese nicht irgendwie als Terminal nutzen, um auf dem Server zu arbeiten?

Die Antwort ist so kurz, wie man sie sich nur vorstellen kann: ja

Doch: wie funktioniert das genau?

Hier möchten wir die Konfiguration der Clients beschreiben:

[Bearbeiten] Konfiguration des Client-Systems (Terminal)

[Bearbeiten] Hinweis

Es empfiehlt sich, vor den Änderungen von jeder Konfigurationsdatei eine Sicherungskopie zu machen, damit im Unglücksfall der Urzustand wiederhergestellt werden kann!

[Bearbeiten] Konfiguration des X11-Systems

Wichtig für die problemlose Einrichtung eines X-Terminals ist eine funktionierende X-Grundkonfiguration. Wie diese im Detail vorzunehmen ist, ist teilweise abhängig von der Distribution.

Wichtig: Die Auflösung des Client-Systems muss >= der des Servers sein!

[Bearbeiten] Änderungen in /etc/inittab

Möchte man das System grundsätzlich im X starten, empfiehlt sich, hier den entsprechenden Runlevel (bei sehr vielen Distributionen ist dies Runlevel 5) für den X-Start einzutragen:

# default runlevel
id:5:initdefault:

Weiterhin ist der X-Server-Start entsprechend so zu konfigurieren, dass nicht der lokale Login angezeigt wird, sondern wünschenswerterweise eine Liste der vorhandenen Server im Netz, auf die man sich von diesem Terminal aus anmelden kann:

xx:3:respawn:/usr/X11R6/bin/X -broadcast -indirect 192.168.0.3

Hierbei ist 192.168.0.3 die IP-Adresse des Terminals, also die "eigene IP-Adresse" des Rechners.

[Bearbeiten] Änderungen in /usr/lib/X11/xdm/Xservers

Nachdem die inittab erfolgreich angepasst wurde, wenden wir uns der Xservers-Datei zu. Hier ist folgende Zeile auszukommentieren:

:0 local /usr/X11R6/bin/X :0 vt07 -quiet


[Bearbeiten] Änderungen in /usr/lib/X11/xdm/Xaccess

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, das X-Terminal zu konfigurieren.

[Bearbeiten] Alle X-Server im Netz in die Auswahlliste bringen

Möchte man alle verfügbaren Server im Netz in die Auswahlliste bringen, genügt es, folgende Zeile in der Xaccess-Datei stehen zu lassen:

* CHOOSER BROADCAST


[Bearbeiten] Nur einzelne Server im Netz in die Auswahlliste bringen

Möchte man jedoch nur einzelne Rechner des Netzes in der Auswahlliste führen, ist die entsprechende Konfiguration wiefolgt vorzunehmen:

%hostlist localhost server1 server2 server3 *.xservers.meinedomain.de
* CHOOSER %hostlist

Hierbei können ganze Subdomains (wie *.xservers.meinedomain.de) oder einzelne Server aufgeführt werden. Wichtig ist, dass localhost ebenfalls als Server aufgeführt wird, da sonst eine lokale X-Anmeldung ausgeschlossen ist (in einzelnen Fällen ist dies jedoch auch gewünscht und sinnvoll).

[Bearbeiten] Inbetriebnahme des X-Terminals

Nachdem die Konfigurationsarbeit vorgenommen wurde, ist es ratsam, die Konfiguration nocheinmal mit krittischem Auge zu überblicken und danach das System zu rebooten. Nach erfolgtem Reboot sollte X automatisch starten und eine Auswahlliste der vorhandenen Remote-Systeme anbieten, die für den Zugriff von aussen konfiguriert sind.

[Bearbeiten] Konfiguration des Terminalservers

Siehe Linux-Server als xdmcp-Server

'Persönliche Werkzeuge