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Linux-Grundlagen

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Auch wenn man als Einsteiger zunächst einmal von Linux nur die grafische Oberfläche sieht und nutzt, sollte man sich doch auch einmal mit den Grundlagen beschäftigen.

Sei es, um Probleme mit Linux einzukreisen und zu lösen, oder um überhaupt nur zu verstehen, worüber die Linuxleute überhaupt reden. Da fallen dann ganz gerne Phrasen, wie zum Beispiel: „Maunte mal den USB-Stick“ oder „Greppe mal durch Wahr Lock Süsslock. Kannste aber nur als Ruth“. Ein am Anfang völlig unverständliches Technikgebrabbel, welches in der Regel – wie fast überall in der heute englischsprachig dominierten Ai-Tih (schriftlich IT, kurz für Informationstechnik) – aus einem Gemisch aus mehr oder weniger übersetztem Amerikanisch und Deutsch besteht.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geräte

Die Teile eines Rechners (englisch computer) werden auch als „Geräte“ (englisch devices, Einzahl: device) bezeichnet. Jedes dieser Geräte war ursprünglich auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert, so können bei einigen Geräten (wie etwa CD-ROM-Laufwerke) Daten nur gelesen (englisch read only) und auf Andere (wie beispielsweise Festplatten) auch Daten geschrieben werden.

Die Geräte eines Linuxsystems, welche das Lesen oder Schreiben von Daten ermöglichen, können in der Regel im Dateisystem, im Ordner /dev, aufgelistet werden. Diese Liste kann sehr lang sein, wobei moderne Distributionen einige Geräte (wie etwa Wechseldatenträger) erst dann anlegen wenn diese benötigt werden. Zudem gibt es etliche Geräte in diesem Verzeichnis die nicht durch den Anwender (oder Verwalten) direkt genutzt werden können, etwa wenn Diese nicht mehr eingebaut oder angeschlossen sind oder durch das System selbst genutzt werden. Daher sollten dort auch ungenutzte und unwichtig erscheinende Geräte nicht unbedacht gelöscht werden, um dem System keine wichtigen Geräte zu entziehen. Ungenutzte Geräte belegen auch so gut wie keinen Speicherplatz.

[Bearbeiten] Festplatten

Die meisten Nutzer könnten heute noch IDE-Festplatten in ihren Rechnern haben. Diese Festplatten hängen dann am IDE-Bus und werden unter Linux als „Hard Disk Drive“ (oder kurz „HDD“, englisch für „Festplatte“) bezeichnet.

Die unter Windows bekannte Festplatte mit dem Laufwerksbuchstaben C: ist in der Regel die erste Festplatte am ersten IDE-Bus – die Buchstaben A: und B: sind dort – heute meiste nur noch aus historischen Gründen – für Diskettenlaufwerke reserviert. Welches Kabel dazugehört, ist in der Regel auf der Hauptplatine des Rechners aufgedruckt. Bei Linux werden die Festplatten – oder allgemein Laufwerke – mit Buchstaben versehen, angefangen bei „a“.

Also:

  • 1. Laufwerk am 1. IDE-Bus: hda
  • 2. Laufwerk am 1. IDE-Bus: hdb
  • 3. Laufwerk am 2. IDE-Bus: hdc
  • 4. Laufwerk am 2. IDE-Bus: hdd

Dabei können auch andere Laufwerke (wie etwa CD- oder DVD-ROM-Laufwerke) so bezeichnet werden, wenn diese am IDE-Bus angeschlossen sind. Wird dagegen ein S-ATA-Bus genutzt, werden die Laufwerke als „sda“, „sdb“ usw. bezeichnet.

Und so werden die Laufwerke beispielsweise auf der Kommandozeile, mit dem List-Befehl (ls), dargestellt:

hauke@fafnir [~] >>ls -l /dev/hd?
brw-rw---- 1 root disk   3,  0 2007-08-04 13:46 /dev/hda
brw-rw---- 1 root disk   3, 64 2007-08-04 13:46 /dev/hdb
brw-rw---- 1 root cdrom 22,  0 2007-08-04 13:46 /dev/hdc
brw-rw---- 1 root disk  22, 64 2007-08-04 13:46 /dev/hdd
hauke@fafnir [~] >>

Im vorstehenden Beispiel sind vier Blockgeräte (englisch block devices) dargestellt, für welche lediglich der Eigentümer (hier der Systemverwalter, englisch root genannt) sowie die eigene Gruppe das Recht zu Lesen (englisch read) und zu Schreiben (englisch write) haben und alle Anderen rechtlos sind (siehe auch Kommando#Zugriffsrechte ändern).

[Bearbeiten] Partitionen

Festplatten lassen sich in so genannte Partitionen (vom englischen part für „Teil“) unterteilen. Dadurch können beispielsweise Daten und Programme trennen und ggf. bei Einbau einer neuen Festplatte einfacher kopieren werden. Wie eine Festplatte eingeteilt (oder partitioniert) ist, wird in der Regel bereits bei der Einrichtung des Systems entschieden. Viele Distributionen zeigen aber auch Vorschläge an, welche zu Beginn einer Erst- oder Neueinrichtung zur Auswahl gestellt werden und in der Regel durchaus erst einmal übernommen werden können.

Dabei werden die Partitionen auf der Festplatte durchnummeriert, beginnend bei 0. Die erste (primäre) Partition hat die Nummer 0, die zweite die Nummer 1 und so weiter.

Das sieht dann so aus:

hauke@fafnir [~] >>ls -l /dev/hd??
brw-rw---- 1 root disk  3,  1 2007-08-04 13:46 /dev/hda1
brw-rw---- 1 root disk  3,  2 2007-08-04 13:46 /dev/hda2
brw-rw---- 1 root disk  3,  3 2007-08-04 13:46 /dev/hda3
brw-rw---- 1 root disk  3,  4 2007-08-04 13:46 /dev/hda4
brw-rw---- 1 root disk  3, 65 2007-08-04 13:46 /dev/hdb1
brw-rw---- 1 root disk 22, 65 2007-08-04 13:46 /dev/hdd1
brw-rw---- 1 root disk 22, 66 2007-08-04 13:46 /dev/hdd2
hauke@fafnir [~] >>

Das oben angezeigte System hat drei Festplatten, wobei die erste Festplatte (hda) vier Partitionen hat, die Zweite (hdb) eine und die Dritte (hdd, am 2. IDE-Bus) zwei.

Wie diese Partitionen verwendet werden, lässt sich mit dem mount-Befehl anzeigen.

[Bearbeiten] Kommandozeile

Hauptartikel: Kommandozeile

Manche behaupten, die Kommandozeile (auch englisch shell für die „Schale“ – die den Kern umgibt), sei ein veraltetes Werkzeug!

Immerhin hat aber auch Microsoft, unter anderem mit seiner sogenannten PowerShell, die Kommandozeile neu entdeckt und verbessert diese ständig. Auf einem Linuxsystem ist die Kommandozeile, besonders, für alle die das System richtig verwalten und verstehen wollen, ein unerlässliches Werkzeug, auch wenn es überhaupt nicht so aussieht. Ein schwarzer Bildschirm, oder ein Fenster mit schwarzem Hintergrund, dazu kurze Informationen, darüber welches Nutzerkonto auf welchem Rechner gerade genutzt wird, ggf. auch in welchem Verzeichnis gerade gearbeitet wird und zum Abschluss ein blinkender Unterstrich. Das ist alles!

Die Kommandos, welche bei Linux von Haus aus verwendet werden können, sind überwiegend in den Ordnern /bin, /sbin, /usr/bin und /usr/sbin zu finden.

Zwar gibt es auch für Linux viele grafische Programme, mit welchen ein System verwaltet werden kann, Diese haben aber – wie auch bei Windows – oft den Nachteil, daß aus Gründen der Übersichtlichkeit oder bei noch in der Entwicklung befindlichen Funktionen diese häufig in den Einstellungen weggelassen werden. Vollständig verstanden und genutzt werden kann ein Betriebssystem daher in der Regel erst, wenn mit der Kommandozeile gearbeitet und auf dieser Ebene das System verwaltet wird.

[Bearbeiten] Einrichtung

Hauptartikel: Installation von Linux

Eine allgemeine Anleitung zur Einrichtung (Installation) kann an dieser Stelle nicht geben weren, da doch einige Unterschiede zwischen den Distributionen herrschen.

Allgemein aber sollte immer möglichst genau gelesen werden, was auf dem Bildschirm steht. Die Einrichtungsprogramme führen den Anwender in der Regel gut bis sehr gut durch den gesamten Vorgang.

Besonders bei der Aufteilung (Partitionierung) der Datenträger (wie Festplatten) gilt es, die Vorschläge des Einrichtungsprogrammes zu überprüfen, schließlich sollen wichtige Daten nicht aus Versehen überschrieben werden.

Die Frage, ob ein Urlader – wie Grubin das Menü des Hauptstartsektors geschrieben werden soll, kann durchaus mit „Ja“ beantwortet werden. Andere Systeme werden dort ebenfalls eingetragen. Zudem wird mit Windows (mindestens bis Windows XP) leider überlicherweise ein sehr herrischer (totalitärer) Urlader mitgeliefert, welcher bei seiner Einrichtung den Startsektor ohne Rückfrage überschreibt und dabei andere Konkurenzsysteme ignoriert. Nach einer Windows-Einrichtung sollte daher immer das Startmenü (englisch boot menü) mit den freien Urladern geprüft und Dieser gegebenenfalls neu eingerichtet werden.

Während der Linux-Einrichtung können entweder die Meldungen am Bildschirm aufmerksam gelesen oder auch etwas anderes gemacht werden. Nach etwa einer halben Stunde ist in der Regel ein einfaches Linux (von einer üblicherweise bis 800 Megabyte großen CD, mit Browser, Office, ein paar Spielen, Postprogramm usw.) fertig eingerichtet. Zwischendurch wird noch abgefragt, wie das Passwort für das Konto des Systemverwalters (bei Windows Administrator und bei Linux in der Regel englisch root genannt) und der normale Nutzername (des Hauptnutzers oder Besitzers des Rechners) heißen soll. Dabei kann es vorkommen, daß der Nutzername nur klein geschrieben werden darf (wie bei Ubuntu, Stand: 21.8.2007).

Nachdem sämtliche Daten auf die Festplatte kopiert wurden, sollte das System den Rechner selbstständig neustarten und anschließend eine erste Anmeldung (englisch auch log in genannt) mit dem zuvor festgelegtem normalen Nutzernamen (oder auch über das Konto des Systemverwalters) möglich sein.

[Bearbeiten] Netzverweise

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