Paketverwaltung
Aus Tuxfutter
Eine Paketverwaltung (engl.: package manager) unter Linux ist für das Installieren und Verwalten von Binärpaketen zuständig. Distributionen oder auch Open-Source-Entwickler stellen dabei Programmpakete als Binär-Dateien zur Verfügung die neben dem ausführbaren Programm dann auch Dokumentations- und Konfigurationsdateien enthalten können.
Die Paketverwaltung entnimmt diesem Paket alle notwendigen Informationen und legt die Dateien beim Installieren an der richtigen Stelle ab. Zudem enthalten Binärpakete auch umfangreiche Informationen über benötigte andere Pakete (z.B. Bibliotheken) ohne die das aktuelle Paket nicht ablaufen kann. Die Paketverwaltung kann solche Abhängigkeiten aufzeigen. Auch bei der Deinstallation von Paketen kann eine Paketverwaltung Konflikte feststellen, z.B. daß die Deinstallation einer Bibliothek dazu führen wird, daß ein anderes Paket nicht mehr funktioniert. Zudem legt eine Paketverwaltung ein sehr genaues „Inhaltsverzeichnis“ des Systems an, d.h. man kann die Paketverwaltung befragen, welche Paketinstallation eine bestimmte Datei installiert hat. Außerdem bieten Paketverwaltungen auch Konsistenzprüfungen an, da für jede von ihnen installierte Datei auch MD5-Summen hinterlegt sind.
Typische Linux-Paketverwaltungen sind:
Da eine Paketverwaltung selbst nicht zum Auflösen von Abhängigkeiten geeignet ist gibt es bei den Distributionen unterschiedliche „Frontends“ die dann die Abhängigkeiten aufzulösen. Bei Debian sind dies z.B. dselect, APT oder die diversen APT-Oberflächen, bei SUSE ist das YaST und bei Red Hat der Anaconda-Installer. Diese Frontends kennen alle bei der Distribution vorhandenen Binärpakete und ihre Abhängigkeiten sowie den Ort, wo diese Pakete zu finden sind. Dank dieser Frontends ist die Installation eines Paketes „X“ sehr trivial möglich auch wenn es von den Paketen „A“, „B“ und „C“ abhängt. Das Paketverwaltungs-Frontend löst diese Abhängigkeiten auf indem es gegebenenfalls zunächst die Pakete „A“, „B“ und „C“ installiert und dann erst Paket „X“. Dabei kann der Benutzer durchaus aufgefordert werden, diverse CDs seiner Distribution einzulegen.
Je nach Paketverwaltung kann man diese Abhängigkeiten auch in diversen „Abstufungen“ definieren, z.B. gibt es bei Debian neben „benötigt“ auch noch „empfiehlt“ für Pakete die nicht unbedingt notwendig sind, jedoch ein zu installierendes Paket sinnvoll ergänzen.

