Kommandozeile

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Die Kommandozeile – genauer der Kommandozeilen-Interpreter, auch kurz Konsole genannt – ist im Allgemeinen eine, besonders unter unixähnlichen Betriebssystemen traditionell gut ausgebaute zeichenorientierte Benutzerschnittstelle. An einer Eingabeaufforderung (englisch command prompt) können Text-Befehle eingegeben werden, welche in der Regel in Englischer Sprache vorgegeben sind. Eine Kommandozeile wird zum Beispiel innerhalb einer grafischen Benutzeroberfläche durch eine sogenannte Shell zur Verfügung gestellt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Benutzbarkeit, Stärken und Schwächen

Diese Art Benutzerschnittstelle gilt als, im Vergleich zu grafischen Benutzeroberflächen, weniger intuitiv erlernbare Bedienungsmethode, die nach dem schwereren Einstieg (mit einer flachen Lernkurve) oft effizienter zum Ziel führt.

Unixähnliche Betriebssysteme hatten lange den Ruf, dass der Nutzer um die Kommandozeile nicht herum kommt und daher elitär und wenig einsteigerfreundlich sind. Mit der Entwicklung von grafischen Benutzeroberflächen – wie beispielsweise Gnome oder KDE – wurden diese Vorurteile jedoch relativiert. Besonders bei explizit der Benutzer- und Einsteigerfreundlichkeit verschriebenen Distributionen – wie etwa Ubuntu – kann es schon fast als Fehler gelten, wenn bei gewöhnlichen Anwendungsfällen keine grafische Lösung existiert.

[Bearbeiten] Benutzung

Die grundlegendste Form ist die Eingabe eines einfachen Schlüsselwortes (das keine Leerzeichen enthält), das nach Bestätigung durch die Eingabetaste (Enter) den Start eines bestimmten Programmes auslöst.

Beispiel: ls zeigt die Inhalte des aktuellen Verzeichnisses an.

In komplizierteren Fällen können nach diesem Schlüsselwort abgetrennt durch ein Leerzeichen weitere Angaben an das durch den Befehl ausgelöste Programm übergeben werden. Dies können z.B. Optionsangaben (in der Regel kenntlich durch ein oder zwei Bindestriche), Pfadangaben oder andere Befehle an das zu startende Programm sein.

Beispiele: ls --help zeigt knappe Hilfe-Informationen zu dem Befehl ls an.

ls /home/Benutzer zeigt die Inhalte des Verzeichnisses /home/Benutzer an.

[Bearbeiten] Ausgabe weiterleiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Weiterleitung der Ausgabe bzw. Verkettung von Befehlen. (&&, >, ...) Die wichtigste sind Pipes:

[Bearbeiten] Pipes

Die Ausgabe eines Programmes kann als Eingabe an ein weiteres Programm weitergeleitet ("gepiped") werden, indem nach dem ersten Befehl das sogenannte Pipe-Symbol (senkrechter Strich, |) und danach der nächste Befehl eingegeben wird.

Beispiel: ls | grep zeichnung Hier filtert der Befehl grep aus der von ls erzeugten Liste von Inhalten des aktuellen Verzeichnisses die Zeilen heraus, die die Zeichenfolge zeichnung enthalten, und zeigt nur diese an.

[Bearbeiten] Pfadangaben

/
Schrägstriche dienen als Trennzeichen um Verzeichnisnamen abzutrennen
.
der Punkt steht als Symbol für das aktuelle Verzeichnis
..
zwei Punkte stehen für das jeweils übergeordnete Verzeichnis
~
die Tilde steht für den Benutzerordner
\
Escape-Zeichen (z.B. um Leerstellen, anstatt sie standardmäßig als Trennzeichen zu behandeln, als Teil eines Pfades angeben zu können)
Wildcards

Beispiele:

  • Desktop-Ordner des aktuellen Nutzers: ~/Desktop

[Bearbeiten] Autovervollständigung

Damit macht die Benutzung der Kommandozeile erst richtig Spaß. Die meisten Unix-Shells bieten diese Funktionalität. Sie wird mittels der Tabulator-Taste ausgelöst. Soweit der Fall eindeutig ist, vervollständigt ein einmaliges Drücken der Taste vor der aktuellen Cursor-Position befindliche unvollständige Zeichenfolgen, zweimaliges Drücken präsentiert in uneindeutigen Fällen die verfügbaren Möglichkeiten.

[Bearbeiten] Hilfe

Um sich mit einem neuen Kommando vertraut zu machen gibt es ein paar Standard-Wege sich Informationen zu beschaffen:

  • In der Regel lassen sich Kommandos mit der Option --help aufrufen, was eine knappe Hilfeseite zur Benutzung des jeweiligen Befehls zur Anzeige bringt. Dies ist bei manchen Befehlen auch das Standardverhalten, wenn beim Aufruf keine Optionen angegeben werden.
  • Der Befehl man präsentiert ein in der Regel ein ausführliches digitales Handbuch zu einem Befehl. (Beispiel: man ls)
  • Der Befehl info ist dem man-Befehl sehr ähnlich und präsentiert manchmal bessere (ausführlichere) Informationen.

[Bearbeiten] Bekannte Programme

[Bearbeiten] Weblinks