X11 Desktop exportieren
Aus Tuxfutter
Um einen kompletten X11 Desktop von einem entfernten Rechner zu exportieren gibt es zwei Möglichkeiten:
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[Bearbeiten] VNC
Die eine Möglichkeit besteht darin, VNC zu verwenden. Damit kann man zumindest auf dem exportierten Desktop herumschnüffeln. Datenschutzrechtlich kann das aber durchaus sehr bedenklich sein.
Man startet also auf dem entfernten Rechner den vncserver und verbindet sich mit vncviewer, der auf dem eigenen Rechner gestartet wird, mit dem entfernten Rechner.
Schon hat man in einem X-Fenster den entsprechenden Desktop. Der Vorteil: VNC gibt es für Linux und Windows.
[Bearbeiten] Export mit X11
X11 beruht auf dem Client-Server-Prinzip und ist netzwerkfähig. Damit ist es auch möglich, nicht nur einzelne Anwendungen auf einem anderen Recher anzuzeigen, sondern auch den kompletten Desktop eines anderen Rechners zu verwenden.
Als erstes muss man einen (weiteren) X-Server auf dem eigenen Rechner starten. Da meistens bereits ein X-Server läuft, der Display 0 verwendet, bindet man den neuen X-Server an ein anderes Display. 1 zum Beispiel.
Man loggt sich auf einer Textkonsole ein und startet einen neuen X-Server:
X :1 &
startet einen neuen X-Server, der Display 1 verwendet und im Hintergrund weiterläuft. Dieser X-Server belegt nun (beispielsweise) Konsole 8.
Nach dem Start des Servers wird nur ein grauer Hintergrund und ein Mauszeiger angezeigt, da kein Fenstermanager oder Desktop gestartet wurde.
Man wechselt zurück auf die eben genutzte Textkonsole und startet ein xterm, das auf dem Display unseres neu gestarteten X-Servers angezeigt wird:
xterm -display :1
Nun wechselt man zu dem neu gestarteten X-Server, wo man ein Terminalfenster sehen sollte.
Der letzte Schritt ist die Verbindung mit dem entfernten Rechner und der Start eines Fenstermanagers:
ssh -X <benutzername>@<entfernter Rechner> <pfad und name zum fenstermanager>
startet den Fenstermanager.
Je nach der Geschwindigkeit der Netzverbindung dauert der Start, bzw. die Anzeige des Desktops mehr oder weniger lange.
Als Beispiel:
Der Export eines KDE-Desktops mit mehreren Hintergrundbildern, mehreren Applikationen und diversen Gimmicks hat über eine normale DSL-Verbindung (128 kBit Upstream) fast 1.5 Stunden gedauert.
Der Export eines FVWM-Desktops über die selbe Leitung, jedoch ohne Hintergrundbild und weitere Gimmicks, dauerte nur wenige Minuten und damit war sogar surfen via Konqueror möglich.
Wer jedoch eine 2 MBit-Leitung sein eigen nennt, hat natürlich einen schnelleren Aufbau und in einem 10 MBit-LAN ist durchaus angenehmes Arbeiten mit dem exportierten Desktop möglich.
[Bearbeiten] Cannot connect to X server
Eine durchaus "beliebte" Fehlermeldung seitens des Server ist: Cannot connect to X server.
In diesem Falle sollte man mal prüfen, ob das Programm xauth installiert ist. Dieses Programm ist bei den Basisclients von X Window dabei (Debian: xbase-clients).
[Bearbeiten] Fazit
Das, was Microsoft seinen Kunden teuer als "Terminalserver" verkauft, ist unter Linux ein Merkmal, das bereits eingebaut ist und nur genutzt werden muss (oder kann).

